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Geschichten aus dem Einsatz #43 – Katze auf dem Baum

Betsson

Der Einsatz, um den es sich im heutigen Beitrag drehen soll, hat sich in einer ähnlichen Weise bestimmt schon tausendfach abgespielt. Aber unsere Variante ist so absurd, dass wir sie gerne hier mit euch teilen möchten.

Zugetragen hat sie sich am letzten Montag. Um etwa sieben Uhr abends ging bei uns ein Notruf von einer jungen Frau ein. Sie redete sehr schnell und unsere Anrufempfängerin musste sie erst einmal beruhigen, damit sie verstehen konnte, worum es geht. Das war dann auch erfolgreich: Die junge Frau war nach einiger Zeit etwas gefasster und schilderte uns, was passiert ist. Sie meinte, dass sie ein großer Tierfreund ist und mehrere Haustiere hat. Insbesondere Katzen hätten es ihr angetan. So ist es dann auch keine große Überraschung, als sie meinte, dass sie gleich vier Katzen hat. Und nun kam der Anlass ihres Anrufs: Eine davon ist auf einen Baum geklettert und kommt nun nicht mehr herunter!

Als wir die Einweisungen bekamen, haben wir uns auf einen leichten, lockeren Einsatz bereit gemacht. Wir haben schon öfters Tiere aus irgendwelchen misslichen Lagen befreit. Auch Katzen haben wir schon gerettet – zwar noch nicht von einem Baum, jedoch von einem hohen Mast. Erfahrung hatten wir also schon ein bisschen. So haben wir uns auf den Weg gemacht mit dem Ziel, die Katze von dem Baum herunterzuholen und sie Ihrem Frauchen zu übergeben.

Am Ort des Geschehens angekommen, sahen wir die junge Frau unter dem Baum stehen. Sie wirkte verzweifelt und hatte Tränen in den Augen. Einer von uns hat sie dann in den Arm genommen und getröstet. Er meinte, dass wir alles dafür tun würden, ihr geliebtes Kätzchen wieder vom Baum zu bekommen. Und das so schnell wie möglich. Währenddessen haben unsere anderen Kollegen bereits die Leiter aufgestellt, die sie an den Baum anlehnen wollten. Die Leiter stand innerhalb von wenigen Minuten und wir haben uns auf den Weg nach oben gemacht. Bis hierhin lief alles wie am Faden und wir hatten ein gutes Gefühl. Wir waren uns sicher, dass wir in spätestens fünf Minuten hier wieder verschwunden sein würden. Wenn wir uns da mal nicht getäuscht hätten!

Als wir „oben“ angekommen waren, sah die Lage nämlich gar nicht mehr so rosig aus. Wir mussten feststellen, dass das Kätzchen gar nicht so lieb war, wie es sein Frauchen beschrieben hat. Wir waren etwa einen Meter von dem Tier entfernt, doch es hat versucht, uns anzugreifen! Wir wurden mit seinen Krallen bedroht und die Zähne wurden gefletscht. Geht man so etwa mit seinem Retter um?

BetssonNach ein paar Minuten Herumwerkeln hatten wir dann auch die ersten Kratzer im Gesicht. Was für ein Biest! Es war uns einfach nicht möglich, die Katze einzufangen. Wir waren mittlerweile schon selbst leicht gereizt und wollten die Sache nun so schnell wie möglich über die Bühne bringen – aber wie? Da fiel einem von uns etwas Tolles ein: Wir baten die Besitzerin, uns eine Tüte Katzenfutter zu bringen. Gesagt, getan – nach ein paar Minuten standen wir oben und haben das Tier mit Katzenfutter gelockt. Plötzlich war das Kätzchen ganz zahm und ist mit uns heruntergegangen. So einfach kann es also gehen!