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Geschichten aus dem Einsatz #42 – Betsson

Hallo liebe Leser, heute haben wir auf einsatzfunk.de in unserer beliebten Rubrik „Geschichten aus dem Einsatz“ mal wieder einen echten Leckerbissen. Unser heutiger Beitrag dreht sich um eine Geschichte um Betsson, die so unglaublich ist, dass sie euch garantiert ein Schmunzeln auf die Lippen zaubert.

Die Betsson Geschichte hat sich am letzten Dienstag zugespielt. Wir haben über den Notruf einen Anruf erhalten, es war helllichter Tag und unsere Männer in der Feuerwache hatten sich gerade bereit gemacht, ihre Frühschicht zu beenden. Nichts da – also ein Einsatz noch bis zum Feierabend. Glücklicherweise kam der Notruf von einer Straße im selben Stadtviertel, sodass sie

 nicht weit fahren mussten. Die Anruferin war eine ältere Frau, die in einem Plattenbau lebt. Sie wohnt dort allein in der Wohnung. Wir kannten das Gebäude bereits – vor ein paar Wochen mussten wir dort heranrücken, weil es im Keller eine Überflutung gab. Im Haus wohnte neben der Anruferin nur noch eine weitere Partei.

Nun aber hatten wir einen Einsatz, bei dem wir direkt in eine Wohnung mussten. Es hat sich hier um die Wohnung des anderen Mieters gehandelt. Die Anruferin meinte, dass sie einen schrecklichen Gestank vernahm. So weit, so (un-) gut – an sich noch kein Grund, uns zu rufen. Unsere Meinung änderte sich dann aber schlagartig, als sie meinte, dass der Gestank aus der Wohnung des anderen Mannes kam und sie ihn schon seit Wochen nicht gesehen hatte. Nun waren wir alarmiert. Wir waren auf das Schlimmste vorbereitet und dachten, dass wir kurz vor Feierabend eine Leiche abtransportieren müssen. Also haben wir alle Sac

hen gepackt und sind schnell in das Auto gestiegen. Das Haus befand sich wie gesagt in der Nachbarschaft, sodass wir trotz zähem Verkehr innerhalb weniger Minuten dort antrafen. Wir wurden an der Eingangstür dann auch gleich von der älteren Frau begrüßt, die sichtlich aufgewühlt war. Sie führte uns zur Wohnungstür des Mannes – ein junger Mann von gerade einmal 20-25 Jahren, meinte sie. Und tatsächlich: Als wir an der Tür ankamen, nahmen wir sofort einen sehr unangenehmen Geruch wahr. Wir haben daraufhin geklingelt – natürlich hat niemand aufgemacht. Wir hatten vorsorglich bereits eine Axt mitgenommen, von der wir nun Gebrauch machten.

 

Betsson

Schnell rissen wir die Tür mit der Axt ein, doch als sie zerstört war und wir Zutritt zur Wohnung hatten, bot sich uns ein Bild, das uns doch sehr überraschte: Der junge Mann stand vor uns und fragte uns, was das soll! Die Wohnung war sehr unsauber und überall lagen Kleidungsstücke, Essensreste und Müll herum. Auf dem Computer lief Betsson, ein online Casino. Wir konnten die Situation schnell einschätzen: Er war einfach ein Messie, der wohl nicht gerne gestört werden möchte und deshalb die Wohnungstür nicht aufgemacht hat. Das bestätigte uns auch der Mann: Er spielte in online Casinos und wollte einfach seine Ruhe haben. Seinen Angaben zufolge hatte er in den letzten Tagen bereits ein paar Tausend Euro gewonnen. Was für eine Wende! Wir waren zwar ein bisschen angewidert, aber noch viel mehr erleichtert. Ebenso fiel der Frau ein Stein vorm Herzen. Das war also unsere Geschichte von Betsson. Schaut hier nächste Woche wieder rein für die nächste Episode!